LKW
Geschichtliches zu Lastkraftwagen
Lastkraftwagen oder abgekürzt als LKW bezeichnet sind für den Gütertransport vorgesehen. Bis auf den Fahrer und einen Beifahrer können keine Personen transportiert werden.
Die Geschichte der Lastkraftwagen hat schon sehr früh parallel zur Entwicklung des Personenwagens begonnen. Bereits 1896 hat Gottlieb Daimler seinen ersten Lastkraftwagen vorgestellt, der noch keine Luftbereifung besaß. In unmittelbarer Nachbarschaft in Stuttgart hat Carl Benz im Jahre 1900 begonnen, seinen Schnelllastwagen in Serie zu bauen. Dieser besaß bereits Luftbereifung und war deutlich schneller als das Fahrzeug von Daimler in Canstatt. 1903 stellte Heinrich Büssing seinen ersten LKW vor.
Lastkraftwagen werden in unterschiedlichen Größen mit unterschiedlichsten Aufbauten angeboten. In Deutschland gelten folgende Gewichtsklassen: Leichte LKW ab 3,5 t, mittelschwere LKW ab 7,5 t, schwere LKW ab 12 t bis 40 t. In Deutschland darf nur ein Anhänger mitgeführt werden. Im Ausland gelten abweichende Regelungen. Die schwersten Fahrzeuge sind die Road Trains in Australien mit maximal 132 t bei einer Länge von 53 m und mehreren Anhängern.
Lastkraftwagen werden für viele Anwendungsbereiche gebaut. Entsprechend groß ist die konstruktive Vielfalt. Bei den Baugruppen eines LKW unterscheidet man zwischen Fahrgestell, Motor, Antrieb, Führerhaus und Aufbauten.
Aufbau, Motoren und Antrieb
Der Rahmen wird meist als Leiterrahmen (zwei Längsträger mit mehreren Querträgern) aus U-Profilen aufgebaut und verteilt die Last auf die Achsen. Die Achsen werden entsprechend ihrer Funktion als Lenkachse, Triebachse oder Zusatzachse benannt. Zusatzachsen werden zur besseren Verteilung schwerer Lasten benötigt.
Als Motor kommt heute in Europa ausschließlich ein Viertakt – Dieselmotor zum Einsatz. Mit dieser Technik lässt sich die höchste Wirtschaftlichkeit erreichen. Bis in die 70ger Jahre hat Krupp für seine Fahrzeuge Zweitakt – Dieselmotoren angeboten. Die meisten aktuellen Fahrzeuge haben Motorleistungen von 170 – 500 PS.
Einfache Antriebe werden mit 6 Gängen und mechanischer Kupplung geliefert, moderne Antriebssysteme arbeiten mit automatischer Kupplung und 32 Gängen, die per Joystick gewählt werden. Mehrere Hinterachsen können über eine gemeinsame Kardanwelle angetrieben werden, bei Fahrzeugen für den Baustellenbetrieb kommen Allradantriebe zum Einsatz. Die Bremsen werden mit Druckluft betrieben und sind heute als Scheibenbremse mit ABS ausgeführt. Zusätzliche verschleißfreie Bremssystem wie der Voith Retarder oder die Motorbremse können Nutzfahrzeuge auf längeren Gefällstrecken verzögern.
LKW Führerhaus und Aufbauten
Das Führerhaus wird im Nahverkehr als Kurzhaus mit einfacher Ausstattung angeboten. Für den Fernverkehr bietet das Langhaus zusätzlich Schlafplätze für Fahrer und Beifahrer und weiteren Komfort.
Die Aufbauten richten sich nach dem Einsatzzweck des Fahrzeugs. Der Pritschenaufbau ist recht flexibel. Er besteht aus einer Ladefläche und Ladebordwänden, die sich herunterklappen lassen. Diese Bauform wird auch mit Kippvorrichtung oder geschlossen mit Spriegel und Plane genutzt. Die zweite wichtige Bauform ist der Kofferaufbau, ein geschlossener fester Kasten mit Türen am Heck. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Sonderaufbauten wie einen Feuerwehrwagen, ein Absetzfahrzeug für Container oder ein Müllfahrzeug.
Die wichtigsten Nutzfahrzeugbieter in Europa sind Mercedes mit dem Actros, MAN, Renault und Iveco. Die Aufbauten werden von Zulieferunternehmen gebaut und im Werk oder nachträglich montiert.

