Traktoren
Die Landwirtschaft ist die klassische Grunderwerbsquelle der Menschheit. Landwirtschaft braucht Zugkraft. Es begann mit Pferden, Lokomobile mit Dampfantrieb folgten, heute werden Traktoren genutzt. Traktoren sind Zugmaschinen im klassischen Sinn. Sie brauchen ein enormes Drehmoment und eine gute Traktion der Reifen in unbefestigtem Gelände. Neben Anhängern und fahrenden Ackergeräten werden häufig Geräte wie ein Pflug oder eine Egge am Traktor montiert und mit hohem Kraftaufwand langsam durch den Boden gezogen.
Lanz Bulldog
Ein historischer Traktor, der heute einen hohen Sammlerwert besitzt, ist der seit 1921 gebaute Lanz Bulldog. Charakteristisch waren sein großes seitliches Schwungrad am Motor und der als Schornstein ausgeführte Auspuff. Es wurde ein Einzylinder Zweitakt Dieselmotor mit Glühzündung verbaut. Zum Kaltstart musste der Glühzünder mit einer Lötlampe zum Glühen gebracht werden. Das Schwungrad wurde mit einer Kurbel in Bewegung gesetzt, der Dekompressionshebel geschlossen und der Motor lief. Unverwüstlich einfach, ohne Strom und Batterie.
Motorleistung, Getriebe, Bauformen
Traktoren sind heute technologisch ausgereifte, äußerst robuste und vielseitige Fahrzeuge. Die Motorleistungen liegen bei 60 bis 100 kW, manchmal auch noch deutlich darüber. Es kommen vier und sechs Zylinder Dieselmotoren mit Turbolader und Ladeluftkühler zum Einsatz.
Das Getriebe hat für Zugmaschinen eine besondere Bedeutung. Es ist bei vielen Traktoren für Geschwindigkeiten von 20 Zentimetern pro Stunde bis zu 60 Kilometern pro Stunde ausgelegt. Einfache Schlepper haben acht Vorwärts- und vier Rückwärtsgänge. Komplexe Getriebe haben bis zu 72 Gänge oder arbeiten stufenlos als hydromechanische Getriebe. Die auftretenden Drehmomente sind gigantisch. Differentialsperren werden serienmäßig verbaut, ein zuschaltbarer Allradantrieb heute fast immer. Die Vorderräder drehen geringfügig schneller als die Hinterräder. Dadurch werden eine bessere Lenkwirkung erreicht und Verspannungen im Antrieb vermieden. Auf Asphalt muss der Allradantrieb abgeschaltet sein. Zur Unterstützung der Lenkwirkung lassen sich die Hinterräder einzeln bremsen. Bei Straßenbetrieb werden die Bremshebel gekoppelt.
Die Bauformen der Traktoren sind vielfältig. Am häufigsten befindet sich der Motor vorn, der Fahrersitz mit einer geschlossenen Kabine hinten. Die hinteren Reifen besitzen einen deutlich größeren Durchmesser als die vorderen. Es gibt aber auch, bedingt durch den Allradantrieb, Traktoren mit vier gleichen Reifen mittlerer Größe. Bei morastigen Böden können die Hinterreifen als Zwillingsreifen montiert werden oder es kann ein Traktor mit Kettenantrieb zum Einsatz kommen.
Auch in der Landwirtschaft wird rationalisiert. Traktoren werden vermehrt mit Elektronik ausgestattet und automatisiert. Mittels GPS können Traktoren große Flächen inzwischen ohne Fahrer selbständig pflügen.
Für Sonderanwendungen werden Traktoren speziell an die Anforderungen des Einsatzes angepasst. Für den Weinbau, den Hopfenanbau oder die Forstwirtschaft gibt es Modelle, die mit Zusatzgeräten ausgestattet sind oder andere Spurbreiten und Fahrgestelle besitzen.
Traktoren Hersteller
Die Palette der Hersteller ist sehr groß. Früher hat jeder Autohersteller auch Traktoren gebaut. Bekannte Namen wie Mercedes, Opel, MAN, Renault, Citroen oder auch Porsche sind hier zu finden. Heute haben die Produkte von Deutz, Case, Claas, New Holland und John Deere internationale Bedeutung.